Ein eigener Brunnen
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- Erstellt am Mittwoch, 04. April 2012 17:37
Ein eigener Brunnen erhöht den Gebrauchswert des Gartens erheblich, insbesondere, wenn ein Anschluß an das zentrale Wasserleitungsnetz nicht möglich ist.
Wer seinen Garten gut und gepflegt über eine Trockenperiode bringen will, kommt ohne Zusatzbewässerung nicht aus. Gemüsebeete, Stauden, Rasen: Alle haben Durst!
Wie sollte ein Brunnen aufgebaut sein?
- Standardbrunnenrohr, mit 2 m Filterrohr in der wasserführenden Schicht (umgeben von Filterkies, Korngröße angepaßt an Bodenverhältnisse), darunter 0,5 m Sumpfrohr, unten verschlossen. Durchmesser mindestens 75 mm, besser 100 mm. Oberer Abschluß: Aus hygienischen Gründen ein dicht schließender Brunnenkopf und Brunnenrohr im oberen Bereich des Bohrloches mit Lehm abdichten.
- Pumpe: Ideal ist eine Tauchpumpe, aber auch ein Hauswasserwerk mit Saugrohr ist praktikabel.
Allgemein ist ein Brunnen bei der unteren Wasserbehörde nur anzeigepflichtig (nicht genehmigungspflichtig). In Kleingartenanlagen kann es weitere Restriktionen geben (Gartenordnung/ Bauordnung). Einfach beim Vorstand/ Baukommission fragen.
Die geohydrologischen Bodenverhältnisse erfährt man bei der unteren Wasserbehörde oder bei Gartennachbarn.
Brunnenbohren: Eigenleistung oder Profihilfe?
Eigenleistung
Zunächst denkt wohl jeder erst mal: Das mache ich selbst, ggf. mit Nachbarn und Freunden. Bohrgerät gibt es zu kaufen oder zu leihen. Wenn die wasserführende Schicht bei ca. 6 m liegt und der darüberliegende Boden wenig Steine enthält, ist der Gedanke auch naheliegend.
Aus der Erfahrung, auch der Gartennachbarn, kann man feststellen, daß die ersten Meter meist schnell erledigt sind, wenn nicht gerade ein großer Stein den Weg versperrt. Die Probleme beginnen in der wasserführenden Schicht. Mit "Kiesbüchse" und Mantelrohr, kenne ich niemand, der sich mit Handarbeit 2 m in die wasserführende Schicht vorgearbeitet hat. Das Mantelrohr einzubringen ist schon Schinderei, wieder heraus (fast) unmöglich. Also wird irgendwann aufgegeben, mit dem Ergebnis, daß der Brunnen nicht ergiebig ist und zu viel Sand fördert.
Profihilfe
Mit einem Kleinbohrgerät, das durch jede Gartentür passt, bohren Profis an einem Vormittag einen Brunnen bis 10 m Tiefe.
Im Raum Leipzig ist folgender Link zu empfehlen: Fa. Seidler
Fazit:
Bevor man an die Realisierung geht, sollte man genau überlegen, welche Arbeiten man in Eigenleistung kann und welche besser ein Profi erledigt.
Wenn man alle Aufwendungen berücksichtigt, ist der Kostenunterschied zwischen Eigenleistung und Profihilfe relativ gering.
Für Eigenleistung bleibt noch genug übrig (Wasserverteilung, ELT usw.).