Die Regenwasserlüge

Alles wird teurer, auch das Wasser (dabei ist Trinkwasser im Garten meist preisgünstiger als zu Hause, da ohne Abwassergebühr). Trotzdem ist die  "Regenwassernutzung" für den Garten naheliegend.

Also auf zum "Regenwasserverkäufer" in einen renomierten Fachmarkt.

Er empfiehlt: Regenwasserzysterne, Filter, Pumpe und diverses Zubehör.

Dann erklärt er noch, daß Du mit seiner Regenwassernutzung so richtig auf dem Ökotripp bist.

Hier erfährst Du, was er Dir nicht erzählt hat:

Ökotripp? Fehlanzeige, der Natur ist es nämlich egal, ob Du das Regenwasser direkt in den Garten laufen läßt oder erst in seine Zysterne und danach in den Garten pumpst.

Wie viel Wasser wird gebraucht?

Je nach Kultur wären 20 bis 40 l/m² und pro Woche optimal, also bei 200 m² kultivierter Gartenfläche mindestens 4 m³/ Woche. Wenn es im Sommer 10 Wochen nicht regnet, brauchst Du also 40 m³. Wer also denkt, daß er von 20 m² Dachfläche Wasser für eine nennenswerte Zusatzbewässerung von 200 m² Gartenfläche einsammeln kann, der kann nicht rechnen. Bleibe also bei einer einfachen Regenwassertonne für ein paar Euro und gieße damit die Blumenkästen.

Wer Anschluß an das örtliche Wasserleitungsnetz hat, ist ein Glückskind. Er kann Wasser nach Bedarf für ca. 1 bis 2 €/m³ haben (weil allgemein ohne Abwassergebühr).

Alternativ bleibt nur ein eigener Brunnen.

Fazit:

Regenwassernutzung ist für nennenswerte Zusatzbewässerung in einer Trockenperiode ungeeignet.

Ehe sich Regenwasserzysternen amortisieren sind wir alle, einschließlich "Regenwasserverkäufer" längst tot. Zusätzliche Wasserquellen sind ohnehin nötig, wie die einfache Rechnung zeigt.

Beschimpfe nun Deinen "Regenwasserverkäufer" nicht voreilig als Betrüger, er will ja schließlich nur Dein Bestes: Dein Geld.

Damit ist er schließlich nicht allein; der mündige Bürger sollte immer prüfen, was er braucht ... und was nicht.